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Fragen, die die Welt bedeuten - Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer

Der österreichische Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer steht für unbequeme Wahrheiten, aber auch für mutige Ideen und Perspektiven. Wir haben uns die Premiere seines neuen Filmes But Beautiful am 14. November 2019 zum Anlass genommen, um einen Bogen über sein bisheriges Schaffen zu spannen.
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Ursprünglich aus der Videotechnik kommend, ist der Autor und Filmemacher seit fast 40 Jahren tätig. Seinen Durchbruch feierte er 2005 mit We feed the World. Seitdem steht der Name Wagenhofer für unbequeme Wahrheiten, aufklärerische Kapitalismuskritik und kinematografisch inszenierte Fragen:

 

»Wie kann Lebensmittelüberfluss existieren, wenn andernorts Hunger herrscht?«

Mit We feed the world (2005), dem erfolgreichsten österreichischen Dokumentarfilm, gelang Wagenhofer im Alter von 44 Jahren der Durchbruch: Ein Film der die Zuschauer beim täglichen Altbrot abholt, über spanische Tomaten auf afrikanische Märkte führt und dabei die erbarmungslosen Mechanismen einer Welt beleuchtet, in der Lebensmittel zu reinen Handelswaren gemacht werden.

 

»Was geschieht eigentlich mit dem Geld auf meinem Konto?«

Der nächste Teil in Wagenhofers Manifest gegen Kapitalismus und Globalisierung, Let’s make money (2008), widmet sich dem Finanzsystem selbst: der Macht der Wenigen über die Vielen. Der Dokumentarfilmer begleitet das Geld unserer Pensionskassen auf seiner Reise um die Welt, dabei hat es eine einzige Aufgabe: sich vermehren um jeden Preis. Die komplexen Inhalte transportiert Wagenhofer indem er gesprochene Analysen von Experten über erlebte Realitäten in Produktionsstätten in Burkina Faso oder Indien legt.

 

»Flucht in die Egoperspektive«

In seinem Spielfilm Black Brown White (2011) wechselt Wagenhofer zwar Stil und Perspektive, nicht jedoch das übergeordnete Thema. Nah an der Protagonisten demonstriert er die globalen Mechanismen von Flucht, führt an Schauplätze, die er dokumentarisch bereits in seinen anderen Werken aus der Vogelperspektive beleuchtet hat. In Black Brown White übt er nicht selbst Kritik am globalen System, sondern übergibt es dem Zuseher die Verantwortlichen für das Leid der Protagonisten zu suchen.

 

»Bildet Schule (noch) für das Leben?«

Vielleicht der Radikalste Teil der Trilogie, Alphabet (2013) sagt eindeutig „Nein“ zum Schulsystem, nach der oft zitierten Pisastudie, deren Zweck es ist auf das Hamsterrad vorzubereiten. Dazu stellt er dem PISA-Studien Ersten und Heimatland des Leistungsdrucks radikale Alternativen in Form eines multilingualen Autodidakten entgegen. Der Film wird zum Appell: Wenn Bildung sich dem akuten Nutzen unterordnet »gewinnen unsere Kinder am Anfang und verlieren auf der Zielgeraden«.

 

 

 

Bildcredit: Michael Liebert